Dienstag, 6. November 2012

[Rezension] Mingus von Keto von Waberer

Infos:

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423249374
  • ISBN-13: 978-3423249379
  • Preis: 14.90
  • E-Book: 12.99

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Inhalt:

Das Buch Mingus spielt in einer dystopischen Zukunftswelt, wo alles vertechnisiert ist. Das Klonen wird immer populärer und somit auch die Versuche, den Menschen mit einem Tier zu kreuzen. Leo, ein erfolgreicher Gentechniker, hat den großen Coup gelandet: er hat Mingus erschaffen, eine Kreatur, die eine Mischung aus Mensch und Löwe darstellt. Jahrelang hat er ihn geheim gehalten, bis er durch eine Krankheit stirbt und Mingus, zusammen mit einem von Leo entführten Mädchen, auf sich alleine gestellt sind. Als die beiden von Forschern aufgegriffen werden, ist das Chaos groß, und die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Meine Meinung:

Es fällt mir wirklich schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu verfassen. Einerseits hat es mir gefallen, aber es gibt leider auch sehr viele Punkte, die meine Meinung leider zu einem negativen Urteil umschwingen lassen.

Zunächst einmal der Schreibstil. Dadurch, dass er sehr abgehackt ist und es sehr kurze Sätze sind, war es am Anfang sehr schwer in die Geschichte hineinzufinden. Ich brauchte eine Weile bis ich mich daran gewöhnt hatte.
Das Buch ist aus sehr vielen unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, es sind so viele, dass ich sie manchmal nicht voneinander unterscheiden konnte. Zum Glück ist als Überschrift jedes Kapitels der Name des Erzählers angegeben, sonst würde der Leser überhaupt nicht wissen, wer da gerade spricht. Man könnte jetzt annehmen, dass, durch die verschiedenen Perspektiven, der Sprachstil sich ebenfalls ändert. Demnach dürfte er also nicht immer abgehackt sein; wenn Mingus spricht, kann man durchaus nachvollziehen, dass er keinen so großen Wortschatz hat als normale Menschen - leider ändert der Stil nicht einmal, wenn kluge Gentechniker zu Wort kommen, was ich sehr komisch fand!
Vielleicht wollte die Autorin den Schreibstil einfach halten, um so einen größeren Kontrast zu der futuristischen Welt aufzubauen?
Zu der Handlung: ich finde eigentlich nicht, dass in dem Buch viel geschieht. Oft hat man überhaupt keine Einschätzung , wie viel Zeit zwischen den verschiedenen Kapiteln vergehen, da alles (durch den Schreibstil) nur sehr schwammig und oberflächlich erklärt und erzählt wird. Viele Begriffe wie zum Beispiel Pam, Pom, Ci-Po usw. werden mit keinem Satz erklärt und als Leser muss man sich sehr vieles selbst zusammenreimen.

Die Charaktere finde ich ebenfalls oberflächig und nur grob beschrieben. Bei manchen Personen, wie zum Beispiel dem kleinen Mädchen Nin, merkt man, dass sie eigentlich sehr sympathisch ist, leider kommt das durch den Sprachstil nicht so zur Geltung, wie es sollte.

Fazit:

Im Gesamten finde ich, dass man aus dieser Welt, die Keto von Waberer hier geschaffen hat, viel, sehr viel mehr hätte machen können. Die Ideen, die sie hat, um ihrer Welt einen eigenen Charakter zu geben, sind an sich sehr originell und interessant. Allerdings hadert es an der Umsetzung! Meiner Meinung nach wurde hier etwas versucht, das so nicht funktionieren kann! Wenn der Sprachstil anders wäre, könnte man schon viel mehr aus dieser Geschichte machen. Ich finde es eigentlich nachvollziehbar, dass Mingus mit seinen Einschränkungen so spricht, was ihn übrigens auch sehr sympathisch und zu einem meiner Lieblingscharaktere macht, aber wieso das ganze Buch so schreiben?? Ich hoffe, dass die Autorin noch ein Buch über diese Welt schreibt, denn diese ist es wirklich wert!

Von mir gibt es knappe 3 von 5 Sternen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin, dem dtv-Verlag und bei lovelybooks, die diese Leserunde ermöglicht haben!

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